Biografie

Kuba

Addys wurde in Moa, einer ländlichen Region Kubas, geboren. Als Kind wünschte
sie sich Tänzerin oder Schauspielerin zu werden, was jedoch für ein Kind aus
einfachen Verhältnissen und weitab der Hauptstadt Havanna ein Traum bleiben
sollte. Schon als ein kleines Mädchen sang sie von morgens bis abends und wurde
von Nachbarn und Freunden immer wieder gebeten vorzusingen.

Mit 10 hatte sie ein beachtliches Repertoire – von kubanischem Son und Boleros,
mexikanischen Rancheras bis hin zu amerikanischen Popsongs. Der Gitarrenlehrer
der Musikschule fand Gefallen an Addys Stimme und probte mit ihr ein
Duoprogramm mit dem sie zu jeder Gelegenheit auftraten. Da sie in der Schule
russisch lernte imitierte sie die Laute der englischen Songtexte und freute sich,
dass alle dachten sie könne Englisch. Auf der Strasse riefen die Leute ihr hinterher
„da ist die Sängerin“.

Mit 15 Jahren begann sie mit der ersten professionellen Band „Timbre Latino“
aufzutreten, nachdem sie sich bei ihrer Schwester heimlich elegante Kleidung und
Schuhe „entliehen“ hatte. Nach kurzer Zeit wurde sie von der überregional
erfogreichen Band „Los Neiras“ abgeworben . Während sich ihre Schulfreunde
verabredeten ging Addys täglich zu mehrstündigen Proben und konnte so von
älteren erfahrenen Musikern lernen.

Später wurde sie dann Teil einer neu gegründeten Band, die ein Engagement im
Touristenzentrum Guardalavaca hatte. Während der „periodo especial“ in der
Lebensmittel knapp waren, war dass der Gig von dem alle Musiker träumten. Sie
lebte im Tourismuszentrum und wurde komplett verpflegt, so dass sie mit Gagen
und Trinkgeldern ihre ganze Familie versorgen konnte. Auch musikalisch war es
eine neue Erfahrung, da die Band neben kubanischer Musik auch englischen Pop
und Rock spielte und sie erstmalig, abseits von ihrer Heimat, vor internationalem
Publikum sang.

Mundo Nuevo & Nomad

1993 wurde Addys nach Deutschland eingeladen. In kurzer Zeit
lernte sie Deutsch, gründete in Gelsenkirchen – zwischen
Ruhrflair und Schalke – ein Trio und begann eigene Lieder zu
schreiben. Regelmässig flog sie nach Kuba um ihr Heimweh zu
stillen, sog aber gleichzeitig viele Einflüsse ihrer neuen Heimat
auf.

1999 zog Addys nach Düsseldorf und begann mit der
Produktion ihres ersten Soloalbum, dass sie grösstenteils in
Havanna mit befreundeten Musikern aus ihrem Heimatort Moa
aufnahm. „Mundo Nuevo“ erschien 2001 auf dem Label Media
Luna (Vertrieb Warner) und fand aus dem Nichts innerhalb von
Wochen ein beachtliches Medienecho mit ausführlichen
Rezensionen in Printmedien, regelmässigem AIrplay in Worldmusic und Uniradios.
TV-Aufzeichnungen und Interviews folgten in Deutschland beim WDR – Jazzfestival
Leverkusen, Happy Hour, WestArt, ZDF-Fernsehgarten, NDR-Hansesail, Aktuelle
Schaubude, Herman & Tiedje, BR-Bardentreffen, Viva – Popkomm, Ritmo, und
diversen Privatsendern.

Neben Livemitschnitten lief der Videoclip des Titelsongs „Mundo Nuevo“
regelmässigen auf Viva und anderen Musiksendern. Mit ihrer neuen Band tourte
Addys durch Deutschland, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, die
Schweiz, Schweden, Dänemark, Finnland, Frankreich, Schottland, England, Wales,
Portugal, Spanien und Italien und entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten
Worldmusic-Künstlerinnen.

2003 erschien ihr zweites Album „Nomad“ (Vertrieb Sony), in dem sie begann die
Einflüsse ihrer neuen Heimat Deutschland in ihre Musik einfliessen zu lassen.
House, RnB und Rockelemente vermischten sich mit ihren kubanischen Wurzeln.
Addys wurde auf viele internationale Festivals eingeladen und erreichte erste
regelmässige Mainstream-Airplays mit ihren Singles „Gitana Loca“, „Cry It Out“ und
„Esa Voz“. Liveauftritte und Begegnungen mit Künstlern wie Eric Clapton, Bob
Geldorf, Tito Nieves, Cheo Feliciano, Juan Luis Guerra, Compay Segundo, Ibrahim
Ferrer, Omara Portuondo und Ringo Starr waren neue begeisternde Erfahrungen.
Remixe von Nalin (Afro D’Mercedes), Tony Brown (Gitana Loca), Ramon Zenker (Cha
Ka Cha) und Guido Craveiro (Cry It Out) erschienen auf internationalen
Compilations und Dance Charts.

Spanien

Nach diesen ereignisreichen Jahren nahm sich Addys eine längere
Auszeit, reiste mit ihrer Tochter Lia nach Kuba und pendelte zwischen
Spanien und Deutschland. Die kanarischen Inseln, mit ihrer Afinität zu
Kuba, wurden für Addys eine zweite Heimat. Sie nahm Unterricht in
klassischem Gesang, Percussion und Gitarre, Herzenswünsche, für die
ihr zuvor Zeit und Musse fehlten. Das Album Nomad und Addys‘
Lebensgeschichte stiessen in Spanien auf eine grosse Neugierde. In
unzähligen Talkshows wurde sie über ihr Leben als kubanische
Künstlerin zwischen Deutschland und Spanien interviewt. Die Single „Gitana Loca“
lief regelmässig auf nationalen TV-Sendern wie Antena3, Tele5, MTV und regionalen
Programmen. Verschiedene Albumtracks wurden von Sendern in Mexiko und den
USA übernommen. Mit frischer Energie & Inspiration schrieb Addys über die Jahre
gemeinsam mit Cae Davis neue Lieder.

Zurück in Deutschland

Über die Jahre wuchs in Addys dann der Wunsch wieder in ihr kreatives Umfeld in
Deutschland zurückzukehren. Diesmal eine bewusste Entscheidung für
Deutschland, nachdem sie mit 19 Jahren vollkommen unvorbereitet Kuba verliess.
Ihre Tochter Lia, die mittlerweile Geige spielte, fand im Umfeld der Essener
Folkwang – Klassikszene eine neue Heimat, so dass die Wohnort – Wahl auf Essen
fiel. Zurück in Deutschland arbeitete sie mit Cae Davis und dem Produzenten Pomez
di Lorenzo (Sasha, Dick Brave) an ihrem neuen Album. So entstand spontan ihr
neues Trio „En Casa de Addys“ mit dem Addys schon in 2010 einige
unangekündigte Konzerte spielte.

Sabado Roto

Im Mai 2011 wurde die erste Vorabsingle “Sabado Roto” aus ihrem neuen Album
veröffentlicht. Begleitet von Mandolinen, Okuleles und einer kubanischen Tres
besingt Addys die Folgen eines verregneten Sommertages, eines
“kaputten Samstags” (Sabado Roto). Hierüber vergißt sie ihr Pech
(mala suerte) und beginnt ihr Schicksal zu geniessen bis der
Wetterengel Gabriel ein Einsehen hat und die Sonne aufgeht.
Selbstironisch spiegelt Sabado Roto ihr Freud und Leid als
sonnenverwöhnte Kubanerin in Deutschland wieder.
Sabado Roto wurde ein Überraschungserfolg und – obwohl auf Spanisch gesungen –
auch von Mainstream-Radios wie SWR 3, WDR 2 und SR 1 viel gespielt. Sabado
Roto schaffte es auf Platz 6 der WDR 2 Jahrescharts und Platz 10 der Ruhrcharts
von Radio Essen & Bochum.

Hollywood – die 2.Single
Nein, Addys Mercedes ist nicht nach Hollywood gezogen. Hollywood ist die am
13.1.12 erscheinende 2. Vorabsingle aus ihrem neuen Album „Addys“.

Addys singt, rockt und rappt „,a la cubana“ – von ihren Kindheitsträumen Sängerin
und Schauspielerin zu werden. Die konnte ihre Mutter ihr nicht ausreden: „El arte no
da pa‘ comer, sin fula no subes, te quedas en las nubes“ (die Kunst ist brotlos, ohne
Kohle kommst Du nicht nach oben und Dir bleiben nur Deine Träume).
Glücklicherweise hat sich Addys in ihrem Weg nich beirren lassen. Auch wenn aus
der erträumten Filmrolle nichts geworden ist, konnte Addys doch schon als
Jugendliche ihre Familie mit ihren Gagen unterstützen.

Hollywood war für Addys ein Synonym und Patentrezept zur Erfüllung ihrer Träume.
Als Kind aus der kubanischen Provinz kannte sie Hollywood in Wirklichkeit nur aus
dem Fernseher ihrer Nachbarn. Und auch so nicht mehr als ein riesiges Schild auf
einem grossem Hügel verbunden mit Erzählungen von den „unbegrenzten
Möglichkeiten“.

Addys wollte einen Vampir spielen, der mit den Krallen einer Raubkatze und
Elfenbeinzähnen um den Mond kreist und übernatürliche Kräfte besitzt. Was Addys
im Rückblick auf ihre kindlichen Fantasien lachend und selbstironisch mit dem
Refrain „Welcome to Hollywood“ – natürlich auf englisch – kommentiert.

Wie ihre Träume ist auch der Song Hollywood wie ein Film ohne Kamera – eine
musikalisch Reise zwischen kubanischer Tradition und melodiösem Indiepop.

Addys – das Album

Auf dem nach ihr benannten Album erzählt sie persönliche Geschichten, die
Momente und Stimmungen ihres Lebens aufgreifen und wie Kurzfilme wirken.

Obwohl Addys gut Deutsch spricht, ist Spanisch weiterhin die Sprache, mit der sie
ihren Gefühlen Ausdruck verleiht. Die Arrangements zeugen von einem neuen
Selbstbewusstsein des Songwritings, jenseits bekannter Latino-Klischees. Addys‘
warme Stimme und persönliche Art des Songwritings schaffen, in Verbindung mit
Rockgitarren, einen neuen Klang in der Popwelt. Vielleicht die Geburt des „Pop
Cubano“ (kubanischer Pop).

Unbefangen und in sommerlicher Leichtigkeit groovt der Opening-Song „Gigolo“
zwischen Rock und Reggae. Wie schon bei „Sabado Roto“ schafft der Verzicht auf
Keyboards und Trompeten Raum für Lockerheit und Spontanität.

Doch nicht alles ist Sonnenschein wenn es aus Kuba kommt: In „Alma Latina“ rappt
Addys von der Ungerechtigkeit, die sie während ihrem Engagement im kubanischen
Tourismuszentrum erlebt hat. Die Touristen lebten in einer edlen Parallelwelt
während einige Kilometer weiter ihren Landsleuten das Nötigste zum Leben fehlte.
Eine nicht nur in Kuba bekannte südamerikanische Realität, die viele Latinos ins
Exil treibt. Auch Verwandte von Addys sind auf der Flucht verschollen. Wer aus
Kuba doch den Weg über das Meer nach Miami schaffte, vermisst seine Heimat oft
bitter. Viele wollten einfach nur die westliche Welt kennenlernen, von der sie soviel
reden hörten und lernen dann aus dem Exil vieles an ihrer Heimat zu schätzen. Eine
Rückkehr bleibt ihnen jedoch meist verwehrt.

Treue Begleiterin in guten und schlechten Zeiten war für Addys schon immer ihre
Musik, egal wo sie lebte. „Ich kann mich an keinen Tag erinnern an dem ich nicht
gesungen habe“ , erzählt Addys. In „Mi Musica“ besingt Addys ihre Liebe zur Musik.

Ergreifende Balladen wie „Un Beso“ oder „Dime Adios“ zeugen von einer
stimmlich gereiften, für ihr Alter beeindruckenden Ausdruckstiefe zwischen
kubanischem „Feeling“ und der Tradition amerikanischer Jazzdiven.

Entstanden ist Addys‘ drittes Album in typischer Bandbesetzung mit Schlagzeug,
Bass und Gitarren. Die Lebendigkeit hört man dem Groove von Stücken wie
„Olvidar“, „Ella“ und „Verano“ an. „Ich habe erst in Europa verstanden, dass es
nicht selbstverständlich ist, wie in Kuba, jeden Tag mit einer Band zu proben
oder aufzutreten. Für die Aufnahmen zu meinem dritten Abum haben wir als
Band sehr viel zusammengespielt, bevor wir in‘s Studio gegangen sind. Es hat
mich glücklich gemacht Musiker zu finden, für die die Musik mehr als eine Arbeit
ist und die die Proben geniessen“.

Mit „Versos Y Flores“ und der Akustik-Version von „Sabado Roto“ greifen die
letzten beiden Stücke des Albums das Unplugged-Feeling ihres Trios „En Casa
de Addys“ auf, mit dem sie ab Februar auf Tour gehen wird.

En Casa de Addys – die Tour 2012

Bei “En Casa de Addys” ist Addys mit ihrem Trio hautnah – wie in ihrem
Wohnzimmer – zu erleben. Mit Unplugged-Version von Songs des neuen Albums
und einem Rückblick auf ihre kubanischen Wurzeln.

Als kleines Mädchen wurde Addys von ihrem Vater inspiriert, der unter einem Baum
sitzend Gitarre spielte und Lieder sang, die später durch den „Buena Vista Social
Club“ bekannt wurden. Songs aus ihrem Debütalbum “Mundo Nuevo” wie “No Me
Abandones” und “Cha Ka Cha” greifen diese Athmosphäre auf.

“In Kuba habe ich es geliebt, dass die Türen immer offen stehen”, erzählt Addys.
“So war es auch bei den Proben zum neuen Album. Nachbarn und Freunde
schauten vorbei, erzählten ihre Geschichten, tanzten, lachten und blieben dann zum
Essen”.

Als Gastmusikerin (Geige) geht Addys 11jährige Tochter Lia – wann immer die
Schule es erlaubt – mit auf Tour. Seit dem ersten Auftritt mit Addys‘ Band während
der Sommerferien 2011 beim Libori Festival in Paderborn war Lia bei fast allen
Proben dabei und wollte unbedingt die Tour mitspielen. Die „Schule für Kinder
beruflich Reisender“ erklärte sich bereit, Lia über Skype zu unterrichten. So steht
ihrem Traum nichts mehr im Wege. „En Casa de Addys“ wird zur Familienband und
Lia spielt die Lieder mit denen sie aufwuchs.

Bienvenidos “En Casa de Addys” !